Der Fellwechsel bei Hunden, Katzen und Pferden sowie die Mauser bei Hühnern sind unverzichtbare natürliche Prozesse, mit denen sich Tiere an die wechselnden Jahreszeiten anpassen. Doch manchmal verläuft dieser nicht ganz reibungslos und kann zu einem echten Kraftakt für die Tiere werden. In diesem Artikel erfahren Sie, was beim Fellwechsel und der Mauser passiert, warum manche Tiere dabei Unterstützung benötigen und wie Sie ihnen mit der richtigen Ernährung, Pflege und natürlichen Zusätzen helfen können.
Was ist der Fellwechsel und die Mauser?
In den Übergangsphasen im Frühjahr und Herbst durchlaufen Hunde, Katzen und Pferde den Fellwechsel. Hierbei verliert das Tier entweder sein dickes Winterfell, um ein leichteres Sommerfell zu tragen, oder tauscht das dünnere Sommerfell gegen ein dichtes, warmes Winterfell. Dieser Prozess wird hauptsächlich durch die Veränderung der Tageslichtlänge und die Temperatur beeinflusst und ist durchaus anstrengend für die Tiere.
Hühner hingegen mausern in der Regel einmal jährlich, meist im Herbst. Während der Mauser verlieren sie ihre alten Federn und bilden neue. Dies ist besonders energieintensiv, da Federn zu etwa 85 % aus Protein bestehen. Häufig stellen Hühner während der Mauser das Eierlegen ein, da der Körper seine gesamte Energie für die Federneubildung benötigt.
Herausforderungen beim Fellwechsel und der Mauser
Manche Tiere haben Schwierigkeiten beim Fellwechsel oder der Mauser. Dies kann verschiedene Ursachen haben und auf gesundheitliche Probleme oder Nährstoffmängel hindeuten.
Häufige Ursachen für Probleme beim Fellwechsel oder der Mauser sind:
Nährstoffmangel:
Haut, Fell und Federn bestehen hauptsächlich aus Keratin. Ein Mangel an hochwertigem Protein oder bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen kann den Stoffwechsel verlangsamen, das Fell matt und struppig werden lassen und den Fellwechsel oder die Mauser deutlich verlängern.
Stoffwechselprobleme:
Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder hormonelle Ungleichgewichte können die natürlichen Zyklen stören und Fellwechsel oder Mauser verzögern oder beinahe vollständig verhindern.
Stress:
Körperlicher oder psychischer Stress kann das Immunsystem schwächen und den Fellwechsel deutlich beeinflussen. Auch Endo- und Ektoparasiten können einen Tierkörper massiv belasten und somit auch den Fell & Feder-Wechsel erschweren.
Alter:
Ältere Tiere haben oft einen langsameren Stoffwechsel, was den Fellwechsel oder die Mauser verlängern kann.
Anzeichen dafür, dass Ihr Tier Unterstützung benötigt
Wenn Ihr Tier Probleme beim Fellwechsel oder der Mauser hat, äußert sich das oft durch:
Verlängerten Fellwechsel oder ungleichmäßige Mauser:
Das Fell bleibt länger dicht oder verliert an Glanz.
Hautprobleme:
Schuppenbildung, Rötungen oder Juckreiz können Anzeichen für Nährstoffmängel oder Parasitenbefall sein.
Allgemeine Schwäche und verminderter Appetit:
Besonders bei älteren Tieren kann ein anstrengender Fellwechsel oder eine langwierige Mauser zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen.
Unterstützende Maßnahmen: So können Sie helfen
Glücklicherweise gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihr Tier während des Fellwechsels oder der Mauser unterstützen können. Neben der richtigen Pflege spielt die Ernährung eine Schlüsselrolle.
Ernährungsoptimierung
Hochwertiges Protein: Stellen Sie sicher, dass Ihr Tier ausreichend hochwertiges Eiweiß erhält. Dies ist entscheidend für die Produktion von Keratin und somit für das Wachstum von Fell und Federn.
Vitamine und Mineralstoffe:
Biotin (Vitamin B7): Biotin unterstützt die Gesundheit von Haut und Haar. Es ist besonders hilfreich bei mattem oder brüchigem Fell.
Zink: Ein wichtiges Spurenelement für Hautgesundheit und Immunsystem. Zinkmangel kann zu brüchigem Fell und Hautproblemen führen.
Vitamin E und Selen: Antioxidantien, die das Immunsystem stärken und Zellschäden vorbeugen.
Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren: Diese Fettsäuren unterstützen die Haut und das Fell, beugen Trockenheit vor und fördern die Geschmeidigkeit des Haars. Fischöl wie (Wild-) Lachsöl ist eine hervorragende Quelle.
Natürliche Zusatzfuttermittel und Kräuter
Bierhefe
Bierhefe ist reich an B-Vitaminen (insbesondere Biotin) sowie Zink und Aminosäuren. Sie unterstützt den Hautstoffwechsel und sorgt für glänzendes, gesundes Fell.
Leinsamen
Leinsamen enthält Omega-3-Fettsäuren und Schleimstoffe, die die Hautfeuchtigkeit unterstützen und Hautreizungen vorbeugen.
Brennnessel
Brennnesseln enthalten Eisen, Kalzium, Magnesium und Kieselsäure, was die Durchblutung fördert und das Immunsystem stärkt.
Mariendistel
Mariendistel unterstützt die Leber, was besonders während des Fellwechsels wichtig ist, da der Körper in dieser Phase verstärkt entgiftet.
Hagebutte
Hagebutten sind reich an Vitamin C und Bioflavonoiden, was die Kollagenbildung unterstützt und das Immunsystem stärkt.
Seealgenmehl
Seealgen enthalten Jod und Spurenelemente, die den Stoffwechsel unterstützen.
Schwarzkümmelöl
Schwarzkümmelöl enthält Fettsäuren und Antioxidantien, die das Immunsystem stärken und die Hautgesundheit fördern.
Pflege und Hygiene
Regelmäßiges Bürsten entfernt lose Haare und stimuliert die Hautdurchblutung. Insbesondere bei Langhaarrassen ist regelmäßiges Bürsten wichtig, um Fellverfilzungen zu vermeiden und die Haut zu entlasten. Hühner müssen natürlich nicht gebürstet werden.
Weitere wichtige Maßnahmen
Stressreduktion
Schaffen Sie einen stressarmen Lebensraum für die Tiere, besonders während des Fellwechsels oder der Mauser. Durch Spiel und/oder viel Bewegung wird der Stoffwechsel gefördert und Stress reduziert.
Besonders für Pferde und Hühner ist es wichtig, dass sie artgerechte Sozialkontakte haben.
Gesundheitscheck und Parasitenkontrolle
Wenn der Fellwechsel oder die Mauser sehr langsam verläuft oder Ihr Tier Anzeichen von Unwohlsein zeigt, kann ein Check-up bei einem Tierarzt sinnvoll sein.
Regelmäßige Kontrolle auf Würmer, Flöhe, Milben und andere Parasiten hilft, Gesundheitsprobleme und zusätzlichen Stress zu vermeiden.
Der Fellwechsel und die Mauser sind natürliche Prozesse, die für die Tiere sehr anstrengend sein können. Durch eine ausgewogene Ernährung, gezielte Pflege, bei Bedarf Unterstützung und ein stressfreies Umfeld können wir unseren vier- und zweibeinigen Freunden dabei helfen, gesund und vital durch diese Phase zu kommen. Beobachten Sie Ihr Tier genau und passen Sie die Unterstützung an seine individuellen Bedürfnisse an.


